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Volkshochschulen gewürdigt:
Annegret Kramp-Karrenbauer und Barbara Stamm bei der Landestagung des Bayerischen Volkshochschulverbandes

Die VIP-Reihe (von links): Wilhelm F. Lang, Verbandsdirektor; Dr. Kai Uwe Tapken, Leiter der einladenden Volkshochschule; Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Hauptredner des Abends; Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands; Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen landzags und des Bayerischen Volkshochschulverbands; Prof. Dr. Klaus Meisel, Vorsitzender des Bayerischen Volkshochschulverbands.

Zukunftsweisende Tage für die bayerische Erwachsenenbildung – Barbara Stamm einstimmig als Präsidentin des Bayerischen Volkshochschulverbands wiedergewählt: Am 26. April 2018 fand in Bad Neustadt a. d. Saale die 72. Landestagung des Bayerischen Volkshochschulverbands statt.

Die Dramaturgie des Abends der 72. Landestagung des Bayerischen Volkshochschulverbands am 26. April entwickelte sich ein wenig anders als vorgesehen. Dank ICE-Stopp auf dem freien Feld, verstopfter Straßen ab Frankfurt Flughafen und einer Plenarsitzung des Bayerischen Landtags mit Überlänge verspäteten sich alle auswärtigen Rednerinnen und Redner: Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands; Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags und des Bayerischen Volkshochschulverbands sowie Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Professor für Philosophie an der LMU München. Der guten Stimmung der Delegierten und Gäste in der Stadthalle in Bad Neustadt a. d. Saale tat das keinen Abbruch. Prof. Dr. Klaus Meisel, Vorstandsvorsitzender und Moderator der Landestagung, versteht sich auch auf das Geschäft der unterhaltsamen Improvisation.

Die Grußworte von Bruno Altrichter, Erster Bürgermeister der gastgebenden Stadt Bad Neustadt, und Thomas Habermann, Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld, zeichneten ein überaus interessantes Bild der dynamischen Entwicklung von Stadt und Landkreis seit den 1950er-Jahren bis heute. Aus der früher rein agrarisch geprägten Region wurde in den letzten Jahrzehnten und insbesondere seit der Wiedervereinigung ein hochentwickeltes Industrie- und Technologie-Zentrum mit positivem Wanderungssalso, in dem vor allem ein Problem virulent ist: Der Bedarf an Fachkräften. Kein Wunder, dass Bildung hier ganz groß geschrieben wird, und die Volkshochschulen in Stadt und Landkreis ein hervorragendes Standing haben.

Herbert Püls, Ministerialdirektor des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, überbringt die herzlichen Grüße von Staatsminister Bernd Sibler und den großen Dank der Staatsregierung an die bayerischen Volkshochschulen: „Sie können stolz sein, Herr Prof. Meisel, auf den unverzichtbaren Beitrag der Volkshochschulen für gelingende Integration und den Zusammenhalt der Gesellschaft.“

Meisel findet kritische Worte für den seit kurzem vorliegenden Entwurf der Novellierung des Erwachsenenbildungsförderungsgesetzes (EbföG): „Das ist noch keine ausreichende Grundlage, lieber Herr Ministerialdirektor, wir werden im anstehenden Konsultationsverfahren die konstruktiven Vorschläge der bayerischen Volkshochschulen und der bayerischen Erwachsenenbildung engagiert einbringen.“ Die Pluralität der Träger und die Qualität der Angebote sind unabdingbare Voraussetzungen. Die Erhöhung der Staatsförderung für die Erwachsenenbildung um 4,4 Millionen Euro begrüßt Meisel: „Wir brauchen das Geld nicht für uns. Wir brauchen das Geld dafür, dass Erwachsenenbildung wirklich für alle offen ist. Dass Weiterbildung kein Luxusgut wird. Wir brauchen die Mittel für die humane Begleitung der gesellschaftlichen Veränderungen".

Interessante und ungewöhnliche Anregungen für diese Arbeit gab der Impulsvortrag von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, der zu Philosophie und Ethik der Digitalisierung sprach. Die Chancen der Internetkommunikation, darunter sinkende Informationskosten und die Demokratisierung von Wissen, gehen mit Risiken einher: dem Risiko von Parzellierung und der Ethos-Erosion. Relevant wie noch nie wird die selbständige Urteilskraft der Menschen. Faktenwissen kann man sich überall besorgen, Bildung und Weiterbildung müssen den Schwerpunkt auf die Förderung des selbständigen Denkens und Handelns legen. Hier haben Volkshochschulen herausragende Aufgaben, als Orte eines kritischen Diskurses sind sie unentbehrlich.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbands hält den Dreiklang des Landestagungs-Mottos „Gesellschaft – Digitalisierung – Demokratie“ für zukunftsweisend. In diesem Sinne hat sie sich in den Koalitionsverhandlungen so lange beharrlich eingesetzt, bis die Volkshochschulen und ihre Verantwortung für die digitale Integration großer Bevölkerungsschichten Bestandteil des Koalitionsvertrags waren: „Ich habe mit sanftem Nachdruck gesagt: Es wird keine Einigung geben, bevor vhs nicht im Text steht.“ Die gesamten Integrationsleistungen wären undenkbar ohne die Volkshochschulen, die auch dafür sorgen, dass die Bildungskette nach dem Deutschkurs nicht aufhört.

Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags, stellte sich auf der nichtöffentlichen Mitgliederversammlung des bvv erneut zur Wahl als Präsidentin des Bayerischen Volkshochschulverbands. Sie setzt sich auf politischer Ebene unentwegt für die Volkshochschulen ein, weil sie von deren Leistung restlos überzeugt ist. Sie ist optimistisch, dass eine gute Ebfög-Novelle erarbeitet werden wird, und zwar im einvernehmlichen Miteinander von Parlament und Bayerischer Staatsregierung. „Eine so kreative und zuverlässige Arbeit wie die unseres Volkshochschulverbands muss von staatlicher Seite mit Wertschätzung und Dankbarkeit gefördert werden.“

Darin ist sich Barbara Stamm nicht nur mit den bvv-Vertretern einig, sondern insbesondere auch mit den Mitgliedern der interfraktionellen Arbeitsgruppe des Bayerischen Landtags, die sich seit geraumer Zeit für eine angemessene Ebfög-Novellierung einsetzt. Die Delegierten der heutigen Mitgliederversammlung des Bayerischen Volkshochschulverbands drückten ihrerseits ihre Wertschätzung für ihre Präsidentin aus: Barbara Stamm erzielte das Traumergebnis von einhundert Prozent der Wählerstimmen. Herzlichen Glückwunsch – wir freuen uns mit Barbara Stamm auf die weitere gute Zusammenarbeit.
 

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